Gibt es Vampire? Irdisch physisch gesehen nicht aus meiner Sicht, aber habe diesen Ausschnitt im Buch Ein Wanderer im Lande gefunden, was ich für eine gute Erklärung halte. Also denke vieles ragt von der geistigen Welt in die Physische hinein.
"In welche Klasse von Geistern reihst du aber die
Dämonen und Vampire ein, an die man in vielen Gegenden der Erde so fest glaubt?"
"Vampire sind solche Geister, die ein irdisches Dasein gehabt und dieses so
mißbraucht haben, daß ihre Seelen noch in den Astralhüllen eingekerkert sind.
Sie entziehen Männern und Frauen das physische Lebenselement, um sich hierdurch
am Leben zu erhalten und vor dem Versinken in weit tiefere Sphären zu retten.
Diese Wesen hängen mit aller Kraft an ihrer Astralhülle und suchen deren Leben
zu verlängern; gerade so wie Menschen mit schlechtem Gewissen oft nicht sterben
wollen, weil sie fürchten, daß sie nach der Trennung von ihrem physischen Körper
in unbekannte Tiefen der Finsternis und des Schreckens sinken werden. Die
beständige Erneuerung des tierischen und astralen Lebens ermöglicht es diesen
Vampiren, oft jahrhundertelang ihr Wesen auf Erden zu treiben."
"Ist es einem Vampir ohne weiteres möglich, eine Zeitlang im Besitze eines
genügenden Grades von Materialität (Körperlichkeit) zu bleiben, um in physischer
Gestalt erscheinen und mir den Menschen verkehren zu können, – wie es in den
Erzählungen geschildert wird, die von solchen Kreaturen handeln?"
"Wenn du mit deiner Frage meinst, ob der Vampir imstande ist, sich selbst einen
materiellen Körper zu gestalten, so antworte ich nein. Aber es geschieht
manchmal, daß er vollst Besitz von dem Körper eines Sterblichen ergreift, wie es
auch andere Geister tun, und dann den angeeigneten Körper nach seinem Willen
handeln läßt. Damit ist es dem mit dem sterblichen Leibe eines anderen
umkleideten Vampir sehr gut möglich, das Aussehen seiner Hülle so zu verändern,
daß es einige Ähnlichkeit mit des Vampirs eigener irdischer Erscheinung hat.
Durch die Macht, die er (oder sie, denn es gibt Vampire beiderlei Geschlechts)
mit dem Besitz eines physischen Körpers erlangt hat, vermag er tatsächlich jenes
merkwürdige Doppelleben zu führen, das ihm in den "Gespenstergeschichten"
zugeschrieben wird. Nur wenige Vampire sind jedoch in dieser Weise im Besitze
eines irdischen Körpers. Die anderen treiben ihr Wesen auf Erden in der eigenen
Astralhülle, in-dem sie besonders medialen Personen die Lebenskraft entziehen,
ohne daß die Beraubten selbst irgendwelche Kenntnis vom Vorhandensein dieser
Astralwesen haben. Solche arme Sterbliche leiden an einem fortwährenden Gefühl
von Schwäche und Erschöpfung, ohne zu ahnen, welchem Umstande sie dies zu
verdanken haben."
"Aber können Schutzgeister nicht die Sterblichen vor diesen Wesen schützen?"
"Nicht immer. Wohl schützen sie die Menschen weitgehend, jedoch nur in der
Weise, wie man jemanden vor einem ansteckenden Fieber bewahrt. Sie zeigen den
Menschen die Gefahren und warnen sie, Orte aufzusuchen, wohin die Vampire
infolge Beziehungen zu ihrem irdischen Leben besonders stark angezogen werden.
Dies bewerkstelligt ein Schutzgeist dadurch, daß er dem Bewußtsein des
Sterblichen eine instinktive Scheu vor Plätzen einflößt, wo Verbrechen begangen
wurden, oder Personen einen schlechten Lebenswandel geführt haben. Da der Mensch
aber in jeder Beziehung in seinem Willen frei bleiben muß, ist es nicht möglich,
mehr zu tun. Er darf nicht in allen Dingen wie eine Puppe geleitet werden und
muß meistens seine eigenen Erfahrungen machen, wie bitter sich auch zeitweilig
ihre Früchte erweisen mögen. Belehrung, Schutz und Hilfe werden stets gegeben,
jedoch so, daß sie dem freien Handeln des Menschen nicht entgegen sind. Und nur
in dem Maße wird ihm Belehrung zuteil, als er selbst sie begehrt, nichts wird
ihm jemals von der geistigen Welt aufgezwungen.