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Ich habe in meinem Garten ums Haus, in dem es auch ein paar Bäume hat, immer Spechte zu Gast.

Eines Tages fragte mich jemand, ob ich eine Specht-Geschichte kenne. Ich sagte nein, aber ich kann ja mal meine Spechte im Garten fragen!

So setzte ich mich dann unter einen Baum auf dem die Spechte beschäftigt waren und mir viel folgende Geschichte ein.

 

Keny der Specht

 

Ein junger Specht zog von zuhause fort und wollte die Welt kennenlernen, Keny war sein Name.

Er Wohne zu hause bei seinem Vater und seiner Mutter im innern eines Grossen Baumes in einem schönen Wald.

Dieses Haus mussten seine Eltern Mühsam bauen, um sich von den widrigen Zuständen draussen in der Welt zurückzuziehen. Von all dem wusste aber unser Junger Specht nichts. Für Ihn war die Wohnung und die wohlige Wärme und Geborgenheit im innern des Baumes selbstverständlich, er kannte nichts anderes. Nun wollte er aber fort in die Welt, so ging er dann auch. Es war schon mitten im Sommer.

Er verabschiedete sich von seinen Eltern und der Vater gab ihm gerade noch die Worte mit auf den Weg: „Keny, bau Dir so schnell wie möglich ein eigenes Haus, sonst gehst Du zu Grunde in der Welt draussen“.

„Ja ja“ rief Keny der schon davon flatterte, „erst möchte ich die Welt kennen lernen und das Leben geniessen.“ und so zog er frohen Mutes weg von Zuhause. 

Bei seinen Abenteuern lernte Keny der Specht, viele andere Vögel kennen und er zog in der Stadt von Spektakel zu Specktakel überall wo was los war, flog er hin.

Nun kam aber der Herbst und es war nicht mehr so viel los und Keny zog nun mehr schlecht als recht durch die Gegend, er fand nichts mehr was ihn befriedigte, woran er sich erfreuen könnte. So wurde es dann auch bald Winter, und die Umstände noch schlechter. Er musste sich nun schon Streiten mit anderen Vögeln, um die magere Nahrung die er vor den Häusern der Menschen in der Grossen Stadt fand. Er wurde so auch immer schwächer und Gesundheitlich ging es ihm auch  nicht mehr besonders gut, er war angeschlagen. Er versuchte bei nasskaltem Wetter Irgendwo unterzukommen, fror aber die meiste Zeit sehr Stark. So bekam er dann schon bald Heimweh. Nach Hause wollte er aber nicht, er dachte sich: „irgendwie werde ich schon mein Glück finden.“

Und er versuchte es nochmals und zog noch ein paar Tage in der Gegend rum. Aber das schwächte ihn nur noch mehr und so hatte er bald keine Kraft mehr um zu Fliegen.

Es fing dann auch wieder an, nasskalt zu Regnen und Schneien, ein richtiger Matsch war auf den Strassen.

Specht Keny suchte Unterschlupf unter einem Busch und fror wieder fürchterlich. Nun war es ihm definitiv nicht mehr wohl, nun wollte er doch wieder nach Hause, in das wohlige Innere des Baumes bei seinen Eltern.

Er sammelte alle seine Kräfte zusammen und wollte so schnell wie möglich nach Hause fliegen. Doch als er starten wollte, merkte er, dass seine Federn zusammen klebten vom vielen Schmutz der Strassen und er nicht mehr fliegen konnte.

Nach mehreren verzweifelten versuchen, brach er ab, kroch wieder unter seinen Strauch und fing an, aufs bitterlichste zu weinen.

Nach einer Weile dachte er plötzlich an Gott. „lieber Gott“, dacht er, „wenn es dich gibt, hilf mir bitte“.

Kurz danach zogen die Wolken auseinander, die Sonne schien durch und Keny konnte sich vor einer Holzbeige wärmen und seine Flügel wieder in Ordnung bringen.

Innert kurzer Zeit war er Startklar um mindestens in den Wald zufliegen wo er aufgewachsen war. Dies tat er dann auch. Nach etlichen Stunden Flug, kam er in die Gegen wo der Heimatwald war. Nur war von diesem nichts mehr zu sehen. All die schönen Bäume alles ratziputz weg! Das war nun ein Starker Stich in das Herzen unseres jungen Spechtes.

Er sass auf einem der abgesägten Baumstümpfe des Grossen Waldes und war übertraurig, schluchzte und weinte wieder fürchterlich.

Als er sich wieder etwas beruhigt hatte und überlegte was er nun tun solle, dachte er wieder, so mehr nebenbei, an Gott.

Da vielen ihm plötzlich die Worte ein, die ihm sein Vater noch nachgerufen hatte, als er von zu hause wegflog: „Keny, bau Dir so schnell wie möglich ein eigenes Haus, sonst gehst Du zu Grunde in der Welt draussen“.

Keny dachte aber, so schwach wie ich bin, kann ich ja kein eigenes Haus bauen!

Er überlegte und es viel ihm auf, dass immer wenn er an Gott dachte, er wieder einen Schritt weiter kam. So waren seine Gedanken dann: „Lieber Gott, sollte es dich wirklich geben, so hilf mir bitte wieder zu Kräften.“
Dies geschah nun auch in den folgenden Tagen. Die Sonne schien, wärmte Kenys Körper und Herz und er fand auch gute Nahrung.

So gestärkt, faste er nun den Entschluss, ein eigenes Haus zu Bauen. Er flog los um einen schönen Wald zu suchen und dort einen schönen Grossen Baum. Sogleich fing er auch an zu bauen. Er markierte mit dem Schnabel einen Kreis in die Rinde des Baumes und hackte sogleich los.

Er merkt aber schon bald, dass diese Rinde ganz schön Hart war, und es eine ganz schön anstrengende Arbeit war!

Nach ein paar Tagen, hatte er gerade mal eine Öffnung, in der kaum sein Schnabel Platzt hatte. „So werde ich nie fertig“! dacht er. Zwischendurch musste er ja auch noch Nahrung suchen gehen.

Er dachte aber auch von Tag zu Tag mehr an Gott und das gab ihm Mut und er hackte Wochenlang fleissig auf der Harten Rinde rum immer weiter. Er gab nicht auf, er wusste, dass die Rinde das schwierigste war, im Innern wird es dann immer einfacher das Holz rauszuhacken.

In der Zwischenzeit dache Keny schon den ganzen Tag an Gott, denn er hatte gemerkt, dass es dann immer besser ging zu Arbeiten. So fing er dann auch an, sich abends bei Gott für seine Hilfe zu bedanken! So war dann auch innert kürzester Zeit die Rinde durchbrochen und er kam ins innere des Baumes. Dort kam er dann hundert mal schneller voran, als aussen an der Starken Rinde. Je näher er dem innern des Baumes, dem Kerne, kam, je besser ging es, und je freudiger wurde auch das Arbeiten. So war er dann auch innert kürzester Zeit fertig mit seinem Haus.
Er bedankte sich von ganzem Herzen bei Gott, dass er ihm die Kraft gab.

Ohne diese wäre er wohl in der Welt zu Grunde gegangen.

Nun sass er im innern des Baumes und es war ihm fortan wohl ums Herz. Er war wieder zu Hause und im Herzen auch bei seinen Eltern. So war er ewig Glücklich und zufrieden!

 

4. Die Vögel, die munteren Sänger, wie schwellen sie ihre befiederte Brust, zu begrüßen den werdenden kommenden Tag, und zu loben den heiligen Vater des Lichtes, Den sie zwar nicht kennen, also wie der Mensch; aber ihre geheiligte Ahnung läßt nimmer sie ruhen, sie fühlen die Liebe, die heil'ge des Schöpfers, und loben und preisen dieselbe durch ihre unnennbare Freude.
Aus Psalmen und Gedichte: Psalm_17.

 

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