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Der Esel, der sich in ein Tigerfell hüllte,
war schrecklich anzuschauen,
aber als er schrie,
wurde er getötet.

Die Geschichte von einem Esel und einem Radschaka

In einer Stadt lebte ein Wäscher namens Schuddhapata, der einen Esel hatte. Da dieser Esel nicht genug Gras und anderes Futter hatte, wurde er mager.
Eines Tages, als der Radschaka im Urwald umherwanderte, kam er zufällig an einem Toten Tiger vorbei und dachte: ‚Oh, das ist ein Glück, denn ich weiss, was ich nun tun werde. Ich werde meinen Esel in das Fell dieses Tieres kleiden und ihn nachts in den Gerstenfeldern frei lassen. Die Wächter werden ihn für einen Tiger halten und aus Furcht nicht wegjagen.’
Und so tat er. Von dieser Zeit an pflegte der Esel nachts die Gerste nach Herzenslust zu fressen, und am frühen Morgen führe ihn sein Herr zum Stall zurück. Im Laufe der Zeit wurde der Esel so fett, dass der Radschaka ihn nur mit grosser Schwierigkeit zum Stall zurücktreiben konnte.
Eines Nachts, als der Esel in den Gerstenfeldern wiederum frass, hörte er in der Ferne einen weiblichen Esel schreien. Er konnte sich nicht zurückhalten und schrie ebenfalls. Sofort erkannten die Bauern, dass es nur ein Esel sei, der in ein Tigerfell gehüllt war. Sie liefen heraus und schlugen ihn mit ihren Knütteln tot.

„Deshalb sagte ich“, fuhr der Affe fort:

Der Esel, der sich in ein Tigerfell hüllte,
war schrecklich anzuschauen,
aber als er schrie,
wurde er getötet.“


Ausschnitt einer Geschichte aus dem Buch Pantschatantra, Indische Weisheit (Das Fabelbuch des Pandit Wischnu Scharma). Ex Libris 1971.